Intelligenter Luftfilter: Konzept¶
Dies ist das zweite durchgängige Beispiel des Abschnitts „Selbst bauen“. Im ersten Beispiel haben Sie ein beheizbares Gehäuse aus „Wörterbuch"-Bausteinen des Ökosystems zusammengebaut: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Heizer. Hier machen wir einen Schritt weiter – wir bauen ein Gerät, das es im iDryer-Ökosystem überhaupt nicht gibt: einen Luftfilter mit Sensor für flüchtige organische Stoffe (VOC).
Hauptidee: Das ist ein Konzept, kein Rezept für ein einzelnes Gerät¶
Bitte lesen Sie diesen Absatz sorgfältig – er ist wichtiger als der Rest des Kapitels.
Der Filter hier ist nur ein Beispiel. Der gezeigte Ansatz funktioniert für jedes Gerät, das Sie erfinden: Befeuchter, Gebläsestation, Abluftregler, Filamentlager-Monitor — was auch immer. Sie geben in der Firmware an, welche Sensoren und Steuerelemente das Gerät hat – mit einer oder zwei Codezeilen pro Sensor – und das Gerät erscheint automatisch im Portal und in der mobilen App mit einer fertigen Karte: Live-Messwerte, Tasten, Eingabefelder. Keine Codezeile im Portal, keine Absprache mit dem iDryer-Team, keine Pull-Requests.
Dies funktioniert dank des Mechanismus der dynamischen Karten (Entity Manifest): Das Gerät veröffentlicht eine maschinell lesbare Beschreibung „was anzeigen und steuern", und Portal und App bauen die Benutzeroberfläche nach dieser Beschreibung. Wie das im Code aussieht – siehe das Kapitel über die Karte.
Was das praktisch bedeutet
Gerät erfunden → auf ESP32 gebaut → Sensoren und Tasten in der Firmware beschrieben → mit PIN ans Konto gebunden. Fertig: Das Gerät hat eine Benutzeroberfläche im Portal und in der App. Die Distanz von der Idee bis „ich steuere vom Smartphone" – ein Abend.
Was genau wir bauen¶
Luftfilter für den 3D-Druck-Bereich: Eine Box mit Lüfter, HEPA-Filter und Aktivkohle-Schicht, die:
- die Luftqualität mit einem VOC-Sensor (SGP40) misst;
- selbständig den Lüfter einschaltet, wenn die Luft schmutzig ist, und ausschaltet, wenn sie gereinigt wurde;
- den VOC-Index und den Lüfter-Status im Portal anzeigt;
- es ermöglicht, den Modus vom Portal zu wählen (
auto/on/off) und die Auslöseschwelle anzupassen.
ABS und ASA riechen beim Drucken nach Styrol, Harze nach ihrem eigenen Aroma. Ein Filter beim Drucker – das ist nicht Luxus, das ist Hygiene.
Warum das das ideale Anfänger-Projekt ist¶
Falls das Gehäuse aus Abschnitt 09 zu kompliziert erschien – beginnen Sie mit dem Filter:
- kein Heizer – also kein Leistungsteil, keine Thermosicherungen und keine Risiken;
- minimale Komponenten: Platine, Sensor, Lüfter, Transistor;
- Budget etwa
$15ohne Gehäuse; - bei jedem Fehler im Code ist das Schlimmste, das passiert, dass der Lüfter nicht angeht.
Grenzen der Aufgabe¶
Seien wir ehrlich, was dieser Filter nicht ist:
- das ist keine Absauganlage: Die Luft wird durch den Filter im Kreis gepumpt, nicht nach draußen geblasen;
- das ist kein medizinisches Gerät: SGP40 zeigt einen relativen Index der Luftqualität, nicht die Konzentration eines bestimmten Gases in ppm;
- dieser Filter ersetzt das Lüften nicht.
VOC oder CO2?
Für Druckdämpfe ist der richtige Sensor – VOC: er reagiert auf organische Stoffe (Styrol, Lösungsmittel). CO2-Sensoren (z. B. NDIR-Sensor MH-Z19) messen Kohlendioxid – das ist ein Indikator für Stickigkeit, nicht für Verschmutzung durch Druck. Wenn Sie beides wollen, gibt ENS160 sowohl VOC-Index als auch eCO2-Schätzung auf einmal; der Ansatz aus diesem Abschnitt ändert sich nicht – einfach noch eine Zeile im Card-Manifest.
Route durch den Abschnitt¶
- Systemzusammensetzung – was kaufen.
- Schaltschema – wie anschließen.
- Firmware-Start – Gerüst auf
idryer-core, Bindung an Portal. - Sensor und Telemetrie – VOC lesen und in Cloud senden.
- Gerätekarte – Sensoren und Steuerung deklarieren, Benutzeroberfläche abrufen.
- Automatik-Logik – Schwelle, Hysterese, manuelle Steuerung vom Portal.
- Zusammenbau und Überprüfung – finale Checkliste.